Ruhland | Erstfassung 30.11.2018
Otto Straßl wuchs in schwierigen Zeiten auf: Geboren am 7. August 1926, prägte seine Jugendzeit die Not der 1930er-Jahre sowie die Jahre des Militärdienstes und der folgenden Kriegsgefangenschaft.
Seine Lehrerlaufbahn begann 1951.
1951 wurde er Lehrer an der Volksschule St. Florian/Inn.
1952 heiratete er seine Adelheid - nicht wie geplant in Kopfing: Damals grassierte die Maul- und Klauenseuche, geheiratet
wurde deswegen auf dem Pöstlingberg.
1953 legte er die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschullehrer ab und trat seinen Dienst in Kopfing an, neben seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter in Kopfing
(Volksschuldirektor 1963 - 1988) engagierte er sich als Volksbildner und Kulturträger (Dichter, Musiker, Chorleiter, Volksbildungswerkleiter, Kirchenorganist) - 1979
wurde seine Schul- und Kulturarbeit entsprechend bedankt: Die
Auszeichnungen "Oberschulrat" und „Konsulent für Volksbildung und Heimatpflege“ würdigten sein Engagement bei Gemeindefesten und pfarrlichen
Feiern:
- 20 Jahre war er als Kulturwart bei der Feuerwehr tätig und leitete über Jahre auch eine Sängerrunde und Theatergruppe interessierter Feuerwehrmänner.
- 16 Jahre lang im Dienst des Schwarzen Kreuzes (Gedenken am Kriegerdenkmal).
- Viele Jahre stand er als Sänger und Chorleiter im Dienst der Kirchenmusik.
- Als Mundartdichter machte er sich weitum einen Namen.
Sein Einsatz für Kopfing wurde mit der Ernennung zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Kopfing anerkannt.
+ Am 13. 12. 2017 verstarb Otto Straßl im 92. Lebensjahr.
Bei der Ehrenbürgerfeier am 25.1.1989 wurde das von Otto Straßl getextete und komponierte Kopfinger Lied gesungen.
's Heimatdörflein
Frisch und Luftig auf den Höhn | liegt mein Kopfing wunderschön.
In dem Tal das Bächlein plauscht, | rings umher vom Wald belauscht.
Dort allein bin ich daheim, | Kopfing, liebes Dörflein mein.
Still und einsam träum' ich oft, | dass das Herz im Leib mit klopft
von der lieben alten Zeit, | von Gesang und Fröhlichkeit.
Immer wieder denk ich dein, | Kopfing, liebes Dörflein mein.
Wenn ich dich verlassen muss, | gilt dir stets mein liebster Gruß,
bin ich fern dir - bin ich nah, | du lebst in mir immerdar.
Senkt man mich ins Grab hinein - | deine Glocken sollen es sein.
Glocken läuten mir zum letztenmal, | dann die Erd' mich deckt,
mich kein Ruf mehr weckt. | Einmal sehen wir uns wieder all',
dann der Ruf erschallt uns zur Freud', | Kopfing, liebes Dörflein mein!
Fotogalerie
zur Erinnerung an das vielfältige Wirken des Otto Straßl
1935: (ca) Die Seite aus seinem eigenen Fotoalbum - von ihm gestaltet und beschriftet
1943: (ca) Vor dem Geschäft im Elternhaus mit Geschwistern
1948: (ca) Weihnachten im Schneiderhäusl (heute Kulturhaus)
- mit Frau Adelheid (ganz rechts) und Maria Zachbauer bei der Familie Kroiss.
1950: Die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr entstand bald nach Kriegsende (Alois Greiner,
Leiter Otto Straßl, Felix Hamedinger, Josef Ertl, Franz Fischer; auf den Fotos fehlen Johann
Wallner und Johann Schopf) und bereicherte über Jahre Kopfings Kulturleben
1953: Brauerei - Ausflug (mit Bgm. Knechtelsdorfer).
1954: Die Sängerrunde der Freiwilligen Feuerwehr (Alois Greiner, Franz Fischer, Bgm. Heinrich
Knechtelsdorfer, Leiter Otto Straßl, Josef Ertl, Felix Hamedinger) hatte das Ziel, die
Tradition des ausklingenden Zechenwesens neu zu beleben.
1955: Geburtstagsfeier (mit Bgm. Knechtelsdorfer und Gattin Adelheid) beim Wirt in
Kopfingerdorf (v.l.vorne mit Blick in Kamera: Bgm. Heinrich Knechtelsdorfer, Sepp Grüneis
(Bäcka Sepp), ?, Max Schmidbauer (Lini Max),Adelheid und Otto Straßl, Hermann Priller, ?,
?, Friedrich Eichinger (Säga Fritz), Kathi Eichinger, Moser, Franz Jobst (Jost'n Franzl).
1972: Lehrkörper der Volksschule (mit Lehrern der ehemaligen Hauptschulexpositur und dem
Schulpersonal)
QUELLEN: Heimatbuch Kopfing, Fotoarchiv Kulturhaus/Ruhland; Otto Straßl, Johann Schöfberger;